QXP 8 – ein Überblick
Was ist neu oder anders in QXP 8? Diese Frage stellt sich vor jedem Umstieg auf ein neues Upgrade. Zunächst die Systemvoraussetzungen: Empfohlen wird mindestens ein G5 (Mac) mit OS 10.4 oder 10.5 und 1 GB RAM (Windows: XP oder Vista mit 1 GB RAM). Tatsächlich läuft die Software aber auch anstandslos auf einem G4 mit weniger RAM, so lange man kein Interaktives Layout anwendet. Die Angaben beziehen sich also hauptsächlich auf Flash-Anwendungen, wenn diese animiert sind.
Willkommensbildschirm
Während des Öffnens wird die Palette Willkommensbildschirm geöffnet, welche diverse Sammlungen und Links enthält, geöffnet:
Für Newcomer gedacht. PowerUser aktivieren hier die Checkbox Nicht mehr anzeigen.
Beim Erstellen eines neuen Layouts fällt auf, dass nunmehr wesentlich mehr DIN-Formate verfügbar sind. Benutzerdefinierte Formate lassen sich aber nach wie vor nicht speichern. Man muss daher nach wie vor eine Vorlage dafür aufrufen:
Da die XTension Interactive Designer in das Programm nun integriert wurde, können auch Interaktive Layouts standardmäßig erstellt werden.
Programmoberfläche
Das Aussehen der Fensterfläche hat sich geändert und treibt's ab jetzt bunter:
Die Layoutreiter befinden sich jetzt am oberen Rand, dafür sind einige neue Symbole am unteren Rand hinzugekommen.
Paletten
Auch die Paletten zeigen sich im neuen Outfit:
Wie man sieht, wurde nicht nur das Design, sondern auch die Funktionalität aktualisiert. In vielen Paletten befinden sich neue Symbole, deren Funktionen vorher nur über Menüs anzusteuern waren.
Ein komplettes Lifting hat die Werkzeugpalette erfahren. Hier wurden die Werkzeuge größer angelegt und ihre Anzahl gestrafft, Ausnahme: Die Bézierwerkzeuge wurden komplettiert, sodass der Umgang damit zwar nicht vereinfacht, aber komfortabler ist:
Es ist jetzt nicht mehr notwendig, Text- oder Bildrahmen anzulegen, sondern man wählt einfach das entsprechende Werkzeug, zieht damit einen Rahmen auf und kann anschließend sofort mit der Erstellung oder dem Import des Inhalts fortfahren. Beim Import sowie über Drag & Drop, das nun integriert wurde, wird automatisch ein Rahmen erzeugt, der das Bild im Verhältnis 1:1 oder auf verkleinert auf Seitengröße enthält.
Rahmen
Die Griffe von Rahmen, Pfaden sowie des Bildinhalts wurden vergrößert und lassen sich somit leichter fassen:
Durch die Straffung der Werkzeuge ist ein Umschalten in vielen Fällen nicht mehr notwendig, da sich das Cursorsymbol und damit die Werkzeugfunktion automatisch verändert, je nachdem, welchem Punkt des Objekts er angenähert wird:
Auch das Drehen von Bildinhalten ist jetzt stufenlos über das Rotationswerkzeug möglich. Werkzeuge können nun auch – sofern kein Textrahmen aktiv ist – über Tastaturbefehle ausgewählt werden, auch die verborgenen Werkzeuge.
Duplizieren von Objekten durch Klicken & Ziehen ist nun ebenso möglich wie das Skalieren von der Mitte eines Objekts oder eine Objektgruppe aus.
Bézierobjekte sind nun einfacher und übersichtlicher zu bearbeiten:
Objektstile
Für Objekte sind nun Objektstile verfügbar. Diese können auf unterschiedliche Art erstellt und bearbeitet und zugewiesen werden:
Suchen/Ersetzen
Nach Objektstilen kann nun auch, unabhängig von den sonstigen Suchen/Ersetzen-Optionen, gesucht werden:
Objekte, denen ein Objektstil zugewiesen wurde und die nachträglich manuell verändert wurden, können wieder aktualisiert werden:
Effektive Bildauflösung
In der Maßpalette ist nun ein Eintrag für die effektive Bildauflösung verfügbar (also diejenige Auflösung, die bei der Ausgabe zur Anwendung kommt):
WYSIWYG
Für diejenigen, die immer schon wissen wollten, wie die Schriften im Menü tatsächlich aussehen, ohne sie vorher auszuprobieren, gibt es nun die Möglichkeit, sie WYSIWYG anzeigen zu lassen:
Hilfslinien
Hilfslinieneinstellungen befinden sich nun in den Vorgaben:
Aus dem Hilfslinien-Manager und den XPert Guides hat Quark eine neu gestaltete Palette gebastelt:
Designraster
Neu ist die Möglichkeit, Designraster zu erstellen. Dies sind Hilfslinien, basieren auf einem Grundlinienraster und können sowohl Grund-, Ober-, Mittel- und Unterlinienraster enthalten, welche Grundlinie, Ober-, Mittel- und Unterlänge einer Schrift repräsentieren. Text und/oder Objekte können an diesen Linien ausgerichtet werden. Grundsätzlich gibt es Musterseitenraster …
… welche auch nach der Anzahl der Linien festgelegt werden können …
… und Textrahmenraster:
Designraster können als Rasterstile angelegt und gespeichert werden …
… und aus der Palette Rasterstile einem Textrahmen zugewiesen werden:
Objekte können am Musterseitenraster, Text am Textrahmenraster verriegelt werden.
Hängende Zeichen
Als hängende Zeichen werden Interpunktionszeichen bezeichnet, die teilweise oder gänzlich außerhalb des Satzformats positioniert sind – also Randausgleich. Das entspricht dem Satzbild des ersten mit beweglichen Lettern gedruckten Buchs: der 42-zeiligen Gutenbergbibel (hier erfolgte der Randausgleich allerdings nur auf der rechten Seite, dem Vorbild handgeschriebener Vorlagen folgend). Hängende Zeichen …
… sind in Klassen …
… und Gruppen unterteilt:
Um ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten, erfordert es jedenfalls einiger Übung:
Interaktive Layouts
Die zuvor kostenpflichtige XTension Interactive Designer wurde nun in das Programm integriert. Damit werden animierte Flash-Anwendungen möglich:
Eine neue Palette …
… und neue Dialogboxen dazu:
Text in Rahmen
Das Umwandeln von Text in Bézierobjekte war bisher nur für jeweils eine Zeile möglich. Mit QXP 8 ist es erstmals möglich, die gesamten Zeichen eines Rahmens, verketteter Rahmen, verketteter Pfade, aber auch Text in Tabellenzellen, verkettet oder nicht, in Objekte umzuwandeln:
Import nativer Adobe Illustrator-Dateien
Der Import nativer Adobe Illustrator-Dateien ist nun über die automatische Konvertierung in ein PDF möglich:
Bearbeitet werden können solche Dateien in QXP aber im Unterschied zu Adobe Photoshop-Dateien nicht.
Verbessertes Schriften-Fallback
Das Schriften-Fallback, das den Ersatz von Schriften für importierten Text steuert, um bei fehlenden Zeichen einer Schrift automatisch eine andere zu verwenden, wurde um einige Schriftsysteme erweitert, darunter Kyrillisch, Griechisch und ostasiatische Schriftsysteme.
Rechtschreibprüfung
Die Darstellung in der PDF-Datei Was ist neu, dass die Rechtschreibprüfung gegenüber QXP 7 verbessert wurde, stimmt nicht, da alle Features inklusive der Akzeptanz von Großbuchstaben am Satzanfang schon in QXP 7.31 integriert sind.
Globales Umwandeln von Projektsprachen
Es ist nun endlich möglich, einzelne oder alle Projektsprachen in eine beliebige Sprache projektübergreifend umzuwandeln:
Dabei wird allen Textvorkommen (auch solchen mit der Sprache Keine) sowie allen Absatz- bzw. Zeichenstilvorlagen die neue Sprache für die Silbentrennung zugewiesen.
Stilvorlagen
Werden die Attribute eines Texts, dem eine Stilvorlage zugewiesen ist, nachträglich manuell verändert, kann die Stilvorlage nun durch einen Befehl aktualisiert werden.
Ostasiatische Texte
In QXP 8 ist es nun möglich, auch Layouts ostasiatischer Sprachen in einem Layout jeder anderen Standardsprache zu öffnen, ohne dass ein Neuumbruch durchgeführt wird.
Verbesserte Seitenkennzeichnung
In früheren Versionen kam es nicht selten vor, dass Objekte auf einer falschen Seite eingesetzt wurden, da im Layoutfenster nicht die aktive Seite angezeigt wurde. Das wurde behoben.
QXP 8.01
Es wurden in den Vorgaben zwei neue Optionen hinzugefügt:
Bei Aktivierung wird die Schreibweise ignoriert, sodass weniger unbekannte Wörter ausgewiesen werden.
Fazit: Kein großes Upgrade, aber einiges kann sich doch sehen lassen – um eine Workflow-Änderungen vor allem aufgrund der neuen Werkzeuge wird man aber nicht herumkommen.
Die Programmsprachen sind weniger geworden, die Textsprachen für Silbentrennung und Rechtschreibprüfung mehr. Nur bei Übereinstimmung von Programm- und Betriebssystemsprache aber stimmen auch die Tastaturkürzel überein.
Es fehlen die XTensions PPML Export (für personalisiertes Drucken) und Jabberwocky (für die Erstellung von benutzerdefiniertem Blindtext). Dafür wurden 3 neue XTensions für ostasiatische Texte sowie für neue Features integriert. Der Word-Filter wurde nicht weiter entwickelt und kann immer noch nicht Dateien mit dem Suffix docx einlesen.
Bücher können nach wie vor nicht als PDF exportiert werden, für das Spiegeln von Objekten gibt es immer noch keinen Befehl, im Test schien es sogar schwieriger geworden zu sein, entlang einer Hilfslinie zu spiegeln. Das Neigen von Objekten und Inhalten ist nach wie vor nicht über ein Werkzeug möglich.
Es gibt noch immer keine Möglichkeit, Verläufe aus mehr als 2 Farben zusammenzustellen oder den Verlaufsmittelpunkt individuell festzulegen. Einige Bugs wurden behoben, einige blieben erhalten.
XTensions, die in QXP 7 Verwendung finden, können erst nach Konvertierung durch den jeweiligen Entwickler in QXP 8 verwendet werden, wird also wieder einiges kosten. Es sei denn, man erwirbt bis 1. August 2008 eine XTension für QXP 7, dann ist das Upgrade auf QXP 8 kostenlos. Gilt für XTensions der meisten führenden Entwickler.
Nach Angaben von Quark wurde die Performance der Rechtschreibprüfung gesteigert, was sich insbesondere bei umfangreichen Texten bemerkbar machen soll.
Das Handling von Tabellen wurde durch die neuen Werkzeuge leider nicht einfacher, sondern fehleranfälliger und zeitaufwändiger.
Autor: Peter Offenhuber